9,5 MILLIONEN EURO BUSSGELD WEGEN DSGVO-VERSTOSS GEGEN 1&1

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit hat in einer Pressemitteilung vom 9. Dezember 2019 mitgeteilt, dass ein Bußgeld in Höhe von 9.550.000 Euro gegen den Telefonanbieter 1&1 verhängt wurde.

Beanstandet wurde der Datenschutz bei der telefonischen Kundenbetreuung. Anrufer konnten allein durch die Angabe des Namens und des Geburtsdatums eines Kunden Auskunft über weitere personenbezogene Daten erhalten. Dieses Authentifizierungsverfahren war nach der Auffassung des Bundesdatenschutzbeauftragten nicht ausreichend, um die personenbezogenen Daten von Kunden zu schützen. 1&1 arbeitet jetzt in Zusammenarbeit mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten an einem verbesserten Authentifizierungsverfahren. Da 1&1 mit der Behörde kooperierte wurde ein Bußgeld im unteren Bereich des vorgegebenen Bußgeldrahmens verhängt. Derzeit werden auch die Authentifizierungsprozesse anderer Telefonanbieter datenschutzrechtlich untersucht.

1&1 wird gegen das verhängte Bußgeld vorgehen.

In einer Pressemitteilung vom 9. Dezember 2019 gab 1&1 bekannt das Bußgeld in dieser Höhe nicht akzeptieren zu wollen. 1&1 habe seine Sicherheitsstandards immer weiter erhöht. Eine Buße in dieser Höhe verstoße gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz des Grundgesetzes. Dies komme daher, dass die Bußgelder wegen Datenschutzverstößen gegen die deutsche Wirtschaft auf Grundlage des Konzernumsatzes berechnet würden. Somit könnten geringe Verstöße zu unverhältnismäßig hohen Bußgeldern führen.

Autorin: Marie Hallung